Alfred Herrhausen Gesellschaft

Alfred Herrhausen

Vita

„Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass man nicht zu Ende denkt“

Alfred Herrhausen, 1930 in Essen geboren, war ab 1985 Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Der promovierte Diplom-Kaufmann engagierte sich in beispielhafter Weise für die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft. Im Jahre 1989 kam er bei einem Attentat ums Leben.
Alfred Herrhausen wurde am 30. Januar 1930 in Essen geboren. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln. Dem Abschluss als Diplom-Kaufmann im Jahre 1952 folgte drei Jahre später die Promotion zum Dr. rer. pol.

Sein Berufsweg führte ihn zuerst in die Industrie, und zwar in die Versorgungswirtschaft. 1952 begann er als Direktionsassistent in der Hauptverwaltung der Ruhrgas AG in Essen. 1955 wechselte Herrhausen zu den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen AG (VEW), Dortmund. Er war maßgeblich an den Vorarbeiten und der Verwirklichung der VEW-Teilprivatisierung 1966 beteiligt. Ein Jahr später erfolgte die Berufung zum Vorstandsmitglied der VEW, zuständig für den Finanzbereich.

Zum 1. Januar 1970 wurde Herrhausen zum stellvertretenden Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank AG berufen; 1971 wurde er ordentliches Vorstandsmitglied.

Er zeichnete für das internationale Geschäft (Nord- und Südamerika, Australien/Neuseeland, Südafrika) und die Außenhandelsfinanzierung der Bank sowie volkswirtschaftliche Fragen verantwortlich. Außerdem betreute er den Filialbereich Essen.

Alfred Herrhausen„Wir müssen das, was wir denken, sagen. Wir müssen das, was wir sagen, tun. Wir müssen das, was wir tun, dann auch sein.“Alfred Herrhausen

Ende 1974 wurde er vom Bundesfinanzminister in die Studienkommission „Grundsatzfragen der Kreditwirtschaft“ (Bankenstrukturkommission) berufen, deren Auftrag es war, die Struktur der deutschen Kreditwirtschaft zu prüfen und Vorschläge zur Verbesserung des Kreditwesens zu erarbeiten.

1983 wurde Herrhausen von der Bundesregierung, zusammen mit zwei weiteren „Stahlmoderatoren“, als neutraler Berater beauftragt, ein Konzept zur Neuordnung der deutschen Stahlindustrie zu erarbeiten.

Seit Mai 1985 war er von seinen Vorstandskollegen gewählter Sprecher des Vorstandes der Deutschen Bank, ein Amt, das er zusammen mit Dr. F. Wilhelm Christians bis zu dessen Pensionierung im Mai 1988 ausübte. Den beiden Vorstandssprechern oblag gemeinsam die geschäftspolitische Steuerung des weltweit operierenden Bank-Konzerns. Am 11. Mai 1988 wurde Herrhausen alleiniger Sprecher des Vorstandes der Deutschen Bank.

Am 30. November 1989 wurde Alfred Herrhausen von Terroristen in Bad Homburg v.d.H. ermordet.

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