Alfred Herrhausen Gesellschaft

Urban Age

„Cities, Health and Well-Being“

Konferenz in Hong Kong, 16.–17. November 2011

Mit mehr als sieben Millionen Einwohnern ist der Stadtstaat Hong Kong der am dichtesten besiedelte Ort der Welt. Folglich spiegelt Hong Kong, exemplarisch für die meisten Metropolregionen, all die Vorteile, aber auch Risiken des (Zusammen-)Lebens auf engstem Raum wider.
Im Fokus der 11. Urban Age-Konferenz unter dem Titel „Cities, Health and Well-Being“ stand der Zusammenhang zwischen Urbanität, Stadtplanung und dem (subjektiven) Wohlbefinden der Bürger. 40 Experten aus 20 Ländern diskutierten über die Folgen einer hohen Bevölkerungsdichte für die Lebensqualität und Gesundheit der Einwohner.
Die Grundlage für diese Diskussion lieferte eine im Vorfeld der Konferenz erstellte Studie des aus dem Urban Age-Projekt hervorgegangenen Instituts LSE Cities: Erstmalig wurden Daten zur Gesundheit in Metropolregionen ausgewertet und einem internationalen Vergleich unterzogen – ein Novum in der Forschung und zugleich eine wertvolle Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit von Architekten, Stadtplanern und politischen Entscheidungsträgern.
York Y. N. Chow York Y. N. Chow, Minister für Ernährung und Gesundheit des Stadtstaates Hong Kong
Der Stadtstaat Hong Kong wurde u.a. Metropolregionen wie Kapstadt, Karachi, London, Maputo und Vancouver gegenübergestellt. Dieser Vergleich hat gezeigt, dass Hong Kong zu den gesündesten Städten weltweit gehört – auf den ersten Blick überraschend, bedenkt man die Bevölkerungsdichte Hong Kongs. Die Einwohner der chinesischen Metropole haben mit 82,5 Jahren die höchste Lebenserwartung aller Städter weltweit. Doch trotz eines hocheffizienten Systems des öffentlichen Nahverkehrs, zahlreicher Grünflächen und einer guten medizinischen Versorgung kämpft auch Hong Kong mit typischen Großstadt-Problemen wie Umweltverschmutzung und sozialer Ungleichheit.

Wurde das Leben in Metropolen bisher in erster Linie mit einer Verbesserung der individuellen Lebensverhältnisse assoziiert, wurden während der Konferenz in Hong Kong auch weniger sichtbare Gesundheitsrisiken thematisiert. Mazda Adli, Oberarzt an der Charité Universitätsmedizin Berlin, machte in seinem Vortrag deutlich: Das urbane Leben könne trotz seiner Vorzüge auch zum Stressfaktor werden und schlimmstenfalls zu Depressionen und Angststörungen oder gar Schizophrenie führen. Adli plädierte daher vehement für einen disziplinübergreifenden „Neuro-Urbanismus“, der Stadtplaner, Architekten und Neurowissenschaftler bei der Gestaltung und Organisation von Metropolen mit einbezieht. Denn das Risiko von Stress und seinen negativen Auswirkungen auf die Psyche des Menschen sei – wie viele andere Herausforderungen der Urbanisierung auch – nur gemeinsam zu lösen.

Tseung Kwan O Im neu bebauten Stadtviertel Tseung Kwan O
Konferenz-Fokus
Durch die interdisziplinäre Betrachtungweise in Hong Kong sollen weitere Forschungsprojekte und Kooperationen zwischen nationalen Regierungen und städtischen Verwaltungen, öffentlichen Trägern sowie den Hauptakteuren der Stadtplanung angestoßen werden.

Die Hauptthemen waren:
  • Gesundheit in Städten: Welches sind die zukünftigen Herausforderungen und Chancen für die Gesundheit in Städten weltweit?
  • Bestimmung der Lebensqualität: Wie lässt sich die subjektive Qualität von Städten messen und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Stadtplanung und Praxis?
  • Raum und Gestaltung: Wie wichtig ist die Raumplanung für die gesundheitliche Leistungsfähigkeit in Städten?
  • Abbildung von Ungleichheiten: Was können wir aus den Ergebnissen einer Raumanalyse von Gesundheit und Wohlbefinden in den Städten lernen?
  • Planung für Stadtwandel: Welche Rolle spielen Stadtregierungen bei der Verbesserung der Lebensqualität?
  • Stadtdichte und Gesundheit: Können wir Verständnis für die sozialen Auswirkungen von Stadtdichte wecken?
  • Design für Dichte: Wie meistern Architekten diese Herausforderungen gestalterisch?
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