Urban Age
Das Urban Age Symposium in Halle
Ist Deutschlands größte Stadt groß genug, um in einer globalen Wirtschaft bestehen zu können?
Im Rahmen der „Urban Age“ Konferenzserie fand am 9. und 10. Mai 2006 das Symposium „German Cities“ in Halle an der Saale statt. Das vorrangige Ziel von „Urban Age“ ist es, vor dem Hintergrund des weltweit anhaltenden Trends zur Urbanisierung den Zusammenhang zwischen physischen und sozialräumlichen Merkmalen von Städten zu untersuchen.
Oberbürgermeisterin der Stadt Halle Ingrid Häußler und Wolfgang Nowak
Karl-Heinz Daehre, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt
Oberbürgermeisterin der Stadt Halle Ingrid Häußler und Wolfgang Nowak
Während sich die vorangegangenen Konferenzen in New York, Shanghai, London und Mexiko Stadt auf stark wachsende monozentrische Agglomerationen konzentrierten, fokussierte das Symposiums in Halle einerseits die Gegenüberstellung des deutschen polyzentrischen Städtenetzes mit Global Cities. Andererseits richtete sich der Blick auf die Potentiale der Stadtentwicklung bezogen auf das Problem des Bevölkerungsrückgangs.
Karl-Heinz Daehre, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt
Während der Debatte des ersten Tages, an der u.a. die Stadtforscherin Saskia Sassen, der Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Engelbert Lütke-Daldrup sowie der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin teilnahmen, wurde deutlich, dass das Prädikat einer Global City an sich keinen hohen Stellenwert darstellt. Grundsätzlich – so der Tenor – könnten polyzentrische Städtenetze genauso stark in die globale Ökonomie eingebunden sein wie Global Cities. So sei das Fehlen einer großen deutschen Metropole kein Standortnachteil für Deutschland. Allerdings sollte eine neue Sensibilität für die Notwendigkeit von Zentralität von Städten geschaffen und die Wachstumspotentiale des deutschen Städtenetzes als Ganzes in den Mittelpunkt einer zukünftigen nationalen Stadtentwicklungspolitik gestellt werden. So sollte Städten als Ankerpunkte für zukünftige Raumentwicklung ein besonderer Stellenwert beigemessen werden. Alle beteiligten Redner verwiesen jedoch auf die Notwendigkeit der Kooperation zwischen den Metropolregionen sowie einer Abkehr vom Konkurrenzdenken auf kommunaler Ebene.
Mediathek
Thematische Schwerpunkte des zweiten Konferenztages waren die Rolle von Architektur und Städtebau bei Nullwachstum bzw. Schrumpfung sowie die Frage, ob es für deutsche Städte einen Erfolg jenseits von Wachstum gibt. Architekten wie Albert Speer und Omar Akbar – Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau – diskutierten mit Politikwissenschaftlern wie Anne Power und Tony Travers – beide von der London School of Economics – über Erfolg und Misserfolg urbaner Typologien und deren Einfluss auf die soziale Integrationskraft von Städten unter Schrumpfungsbedingungen.
Architekt Albert Speer
Kontrovers wurden dabei die unterschiedlichen planerischen und städtebaulichen Reaktionsmuster auf das Überangebot an Gebautem und Erschlossenem in schrumpfenden Städten diskutiert. Kern der Diskussion war hierbei, ob und wie städtebauliche Dichten in Städten gefördert werden sollten und welchen Einfluss Stadtpolitik auf diese Entwicklung überhaupt nehmen kann. Insgesamt – so der Konsens – sollte die ökonomische sowie soziodemographische Entwicklung in ostdeutschen Städten eher als Transformationsprozess mit erheblichen städtebaulichen Entwicklungspotentialen denn als „Schrumpfung“ oder „ökonomischer Niedergang“ interpretiert werden.
Die Partner des Urban Age Halle Symposiums waren die Stadt Halle, die Stiftung Bauhaus Dessau, die HafenCity Universität Hamburg und der Deutsche Städtetag.
Weitere Informationen
- Programm [PDF / 177 KB]
- Pressemitteilung [PDF / 16 KB]
Weiterführende Links
- www.urbanage.net [mehr]
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