Europa

Was ist Digitales Europa 2030?

Die Alfred Herrhausen Gesellschaft bringt im Vorfeld der deutschen Ratspräsidentschaft 2020 eine interdisziplinäre Gruppe von Expertinnen und Experten zusammen, um in einem mehrstufigen Szenarienprozess systematisch mögliche Zukünfte für Europa zu entwerfen. Der besondere Fokus des Projekts „Digitales Europa 2030“ liegt dabei auf dem grundlegenden Wandel politischer Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter. Dieser soll auch im Zusammenhang mit Europas digitaler Souveränität reflektiert werden.

Warum Digitales Europa 2030?

Mit Einsetzen des digitalen Wandels schien vor allem die unbegrenzte Verfügbarkeit von Wissen und Informationen sowie die Möglichkeit von Transparenz und Partizipation eine große Chance für die freien und offenen Gesellschaften Europas zu sein. Inzwischen sind nicht nur die Chancen klar zu sehen, sondern auch die erheblichen Herausforderungen.

Im Zentrum des Szenarienprozesses steht die Frage, wie sich Öffentlichkeit als Voraussetzung für politische Willensbildung und somit die Legitimation demokratischer Politik bis zum Jahr 2030 unter digitalen Bedingungen entwickeln könnte oder sollte. Folglich geht es bei Digitales Europa 2030 um nicht weniger als um eine der Grundvoraussetzungen europäischer Demokratien.

Wie funktioniert Digitales Europa 2030?

In drei Workshops im Frühjahr und im Sommer 2020 – bis auf weiteres in den digitalen Raum verlegt - möchten wir eine positive Zukunftsvision für die politische Öffentlichkeit und digitale Souveränität Europas im Jahr 2030 entwerfen. Dabei diskutieren wir verschiedene Zusammenhänge: Wie verläuft der Strukturwandel der Öffentlichkeit in Europa? Wie entwickeln sich Phänomene wie Fragmentierung und Polarisierung in europäischen Gesellschaften? Wie gehen Demokratien in Zukunft mit der gezielten Beeinflussung von Wahlen und mit – unter anderem von staatlichen Akteuren betriebener – gesellschaftlicher Destabilisierung durch Desinformation um? Welche Handlungsspielräume werden politische Akteure in Europa angesichts der Rivalität der digitalen Großmächte und der Macht der Unternehmen haben? Wie kann Europa in diesem Umfeld souverän sein, also die Fähigkeit haben, im digitalen Raum eigenständig und im Einklang mit den eigenen Werten und Interessen zu handeln? Aus der Beantwortung dieser und weiterer Fragen leiten wir konkrete Politikempfehlungen für die Gegenwart ab.

Ein interdisziplinäres Sounding Board unterstützt die Arbeitsgruppe, indem es zur Qualitätssicherung und Platzierung der Ergebnisse an relevanten Stellen beiträgt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Szenarienworkshops im Programm „Digitales Europa 2030":

  • Dr. Julia De Clerck-Sachsse, Oxford University
  • Georg Diez, Journalist und Autor
  • Dr. Katharina Gnath, Bertelsmann Stiftung
  • Elisabeth von Hammerstein, Körber Stiftung
  • Johannes Hillje, Das Progressive Zentrum
  • Fabiola Hochkirchen, Auxxo Beteiligungen GmbH
  • Dr. Julian Jaursch, Stiftung Neue Verantwortung
  • Joachim Knodt, Deutsche Botschaft in Moskau
  • Paul Leonhardt, Auswärtiges Amt, Abteilung Kultur und Kommunikation
  • Constanze Maria Litt, Europäische Kommission
  • Dr. Leonard Novy, Institut für Medien- und Kommunikationspolitik
  • Clark Parsons, Internet Economy Foundation
  • Dr. Jana Puglierin, European Council on Foreign Relations
  • Teresa Ritter, Bitkom e.V.
  • Dr. Thorsten Thiel, Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft
  • Dr. Daniel Voelsen, Stiftung Wissenschaft und Politik.

Mitglieder des Sounding Boards:

  • Natalie Amiri, Hörfunk- und Fernsehjournalistin, ARD
  • Olaf Böhnke, Berlin Director, Alliance of Democracies
  • Christoph Bornschein, Gründer und CEO, TLGG
  • Cathryn Clüver Ashbrook, Executive Director, The Future of Diplomacy Project, Harvard Kennedy School der Harvard University
  • Maria Exner, Stellvertretende Chefredakteurin, ZEIT ONLINE

Digitales Europa 2030 ist eine Workshopreihe unter Mitwirkung ausgewählter Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Weitere Informationen finden Sie hier. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Samuel Walker.

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